Gesehen: Verlängerung Spanien – Niederlande (1:0)

Mann des Tages: ich

Video des Tages: Weder Spanien noch die Niederlande haben eine Ostseeküste

Erkenntnis des Tages: Es ist vorbei.

Tschüss
Tschüss Weltmeisterschaft 2010. Tschüss Tagesstruktur. Tschüss Liveticker. Tschüss Müller und Schweinsteiger. Tschüss Tom Bartels. Tschüss Barolo. Tschüss Vuvuzela. Tschüss KMH. Tschüss WakaWaka. Tschüss blonde Pseudofanmädchen. Tschüss Autocorso. Tschüss Patriotismuskritiker. Tschüss Schwarz-Rot-Gold. Tschüss Günther Netzer. Tschüss Harald Stenger. Tschüss Mikrofonreich-Girls der DFB Pressekonferenzen. Tschüss Bitburger-Werbespot. Tschüss Blumentopf. Tschüss Jabulani. Tschüss Urs Meier. Tschüss 3 Minuten Nachspielzeit. Tschüss Public Viewing. Tschüss 11freunde Liveticker. Tschüss Kicker-WM-Elf. Tschüss Halbzeitpause. Tschüss WM-Alkoholismus. Tschüss blauer V-Neck Pullover. Tschüss Waldis WM-Club. Tschüss Kribbeln im Fuß. Tschüss Fehlentscheidung. Tschüss Leere an Spielfreien Tagen. Tschüss Sixpack-Gekaufe. Tschüss ausgedehnte Mittagspause. Tschüss Michael-Ballack-Konjunktiv. Tschüss Tim Wiese. Tschüss Livestream-Problem. Tschüss Autofahnen. Tschüss Alkoholfahnen. Tschüss unqualifizierte Kommentare. Tschüss Genderklischees. Tschüss Spannung. Tschüss Sinn des Lebens. Hallo Welt!

P.S.: Wann fängt die Bundesliga wieder an?

Gesehen: Uruguay – Deutschland (2:3)

Mann des Tages: Müller!!!

Video des Tages: …es ist doch alles schon sehr viel besser!

Erkenntnis des Tages: Es ist verdammt noch mal alles schon SEHR viel besser! In den letzten acht Jahren ist Deutschland nun einmal Zweiter bei der WM (2002) und zweimal Dritter (2006, 2010) sowie einmal Vizeeuropameister (2008) geworden. Das ist doch was! Der Stil hat sich zum attraktivsten Ball entwickelt der zur Zeit in der Welt gespielt wird. Das ist doch was! Thomas Müller wird in seiner ersten WM den Titel des besten Youngsters bekommen. Das ist doch was! Vielleicht sogar dir Torjägerkanone. Das wär’ doch was! Bastian Schweinsteiger ist (meiner Meinung nach) der beste Spieler der WM! Das ist doch was! Außerdem sieht unser Trainergespann am besten aus! Das ist zwar vollkommen egal, aber irgendwie auch nicht schlecht…

Kein Fünfzueins im Alten Zolln
Im Alten Zolln gibt es sehr leckeres Selbstgebrautes. Dunkel und hell. Es gibt Bratkartoffeln, Doppelkopf-Turniere und regelmäßig Konzerte skandinavischer Dixiebands. Es ist keine dieser In-Kneipen sondern eine gemütliche Alt-Lübecker Bierstube – dunkel, verraucht, alt. Im Zolln kämpft man für die Lübecker Uni.
Zum Public-Viewing des Spiels um Platz 3 sind kaum Gäste gekommen. Ein Päärchen, vier andere und wir. Der Besitzer, ein bierbäuchiger mitvierziger Norddeutscher mit grauem Schnurrbart, verteilt kleine Zettel, gibt einen Stift herum und eröffnet das “letzte Tippspiel der WM”. Er wirkt etwas traurig dabei, hält dann aber eine kurze Ansprache über den tollen Verlauf des Turniers und dass wir ja alle stolz sein können auf unsere Mannschaft. Dann präsentiert er den Gewinn für das Tippspiel: Ein Fussball im Netz, und gibt eine Runde Roten aus. Prost! Anstoß. Mein Tipp – 5:1 – ist zur Halbzeit maximal unrealistisch und in der 51. Minute gestorben. Am Ende gewinnen wir knapp aber verdient und der Zolln tobt mit Fähnchen und Standing Ovations zur Medallienübergabe. Ich selbst merke wie mein erfolgsverwöhntes FCBayern-Fan-Dasein mit der Freude über die tolle WM kämpft. Yeah, wir sind Dritter (aber halt nur Dritter). Noch eine Runde Roten zum Abschluss und ein Abschiedsgefühl im Bauch. Tschüss.

Gesehen: Deutschland – Spanien (0:1)

Mann des Tages: Müller

Video des Tages: Müller schießt Deutschland zum Weltmeistertitel an diesem 7. Juli

Erkenntnis des Tages: Es fehlte am Glauben heute. Die Kick-Ass-Einstellung mit der England und Argentinien nach Hause geballert wurde muss irgendwo auf dem Weg nach Durban verlorengegangen sein. Oder ist es doch schlicht und einfach Thomas Müller der den Unterschied macht? Das wäre absurd, ist rein spekulativ und vielleicht doch so wahr. Ich möchte heute daran glauben. Und außerdem: Lieber gegen Spanien im Halbfinale raus, als durch irgendeinen Hirnfurz des Fußballgotts im Finale gegen Holland zu verlieren.

Yo soy espanol, espanol, espanol
Das ist dann wohl die neue globalisierte Fussballwelt. Deutsche Spanier feiern mit der Melodie eines russischen Volkslieds (Kalinka) und tiefgründigen Texten (Yo soy espanol…) den Einzug der Titicaca-Elf ins Finale. Naja, bevor wir rumstehen und anfangen die sensationelle WM unserer Nati unverhältnismäßig zu betrauern feiern wir lieber mit. Wir singen Guantanamera (Kuba) auf die Melodie von Greensleeves (England), 7 Nation Army (Döö Dö DöDöDö Döö Döö – USA) auf Bella Ciao (Italien) und “54, 74, 90, 2014″ (Bayern) auf Shosholoza (Südafrika). Heute ist halt eh alles egal.

Gesehen: Nebenbei Uruguay – Niederlande (2:3)

Mann des Tages: Giovanni van Bronckhorst

Video des Tages: Michael Tarnat Gedächtnis-Hammer ins Herz der Uruk-hai

Erkenntnis des Tages: Es wird Zeit für einen Fussball-Weltmeister aus Holland. 2014.

Fussball-Fieber?
Wenig Lust auf Fussballgucken gehabt heute. Gehört aber wie das Aufstehen zum derzeitigen Tagesablauf. Gucke während ich die Wohnung aufräume immer mal zum Livestream, bin irgendwie gelangweilt. War das zuviel Fussball in den letzten Wochen? Werde ich zum Antifan? Ich schlafe auf dem Sofa ein noch bevor der Schlusspfiff ertönt. Wie bei einem Film, den man viel zu spät nachts noch anfängt zu gucken. Bin ich krank?

Gesehen: Deutschland – Argentinien (4:0)

Mann des Tages: Schweinsteiger, Herr

Video des Tages: Argentinische Grillnacht

Erkenntnis des Tages: Fussball IST die wichtigste Nebensache der Welt. Selbst tausend pseudo-alternative Jazzfans in Cord-Hose, Künstlerschal und Hornbrille tauschen ihr Yeah-Ich-Verstehe-Was-Ihr-Da-Auf-Der-Bühne-Macht Mitnicker-Gesicht gegen ein stupide jubelndes Fussballface wenn Deutschland gegen Argentinien im Viertelfinale spielt.

Meine JazzBaltica-Elf des Wochenendes

Wolfgang Haffner

McCoy Tyner //// Lars Danielsson //// Dave Holland //// Michael Wollny

Joe Locke //// Hanno Busch

Donnie McCaslin //// Nils Landgren //// Marcus Strickland

Matthias Eick

Gesehen: Niederlande – Brasilien (2:1), ab 80. Minute Ghana – Uruguay (4:2 n.E.)

Mann des Tages: Asamoah Gyan

Video des Tages: Der Wahnsinn!!!

Erkenntnis des Tages: Auch wenn ich selbstverständlich für Ghana gewesen bin kann ich die Aufregung um Suarez nicht verstehen. Der Mann hat meiner Meinung nach alles richtig gemacht in dieser dramatischsten aller 122. Minuten. Hätte er den Ball ins Tor springen lassen sollen? Er hat riskiert zum Looser einer Nation zu werden und ist zum Helden geworden. So schnell kann das gehen!

Mit Haffner, Mozdzer und Gyan
Heute geht’s los – 20 Jahre Jazzbaltica Festival auf Schloss Salzau. “With friends” wird 3 Tage lang bis in die frühen Morgenstunden gejazzt, gejammt, gesoffen. Mr. JazzBaltica, Nils Landgren und Michael Wollny sind Artists in Residence aber auch Wolfgang Haffner, Lars Danielsson, Martin Wind, Nils Wülker und Joe Locke hängen schon jetzt auf dem Gelände rum. Sie alle sind hier, 20km südlich von Kiel mitten im Nirgendwo, groß geworden. Haben Sommer für Sommer hier verbracht, die Nächte durchgespielt, sich in den unterschiedlichsten Ensembles ausprobiert und kommen jetzt als Stars der Jazzszene zurück. Sie wissen wo sie ihre Wurzeln haben und zahlen das musikalische Vertrauen, das sie über die Jahre von Publikum und Mitmusikern erhalten haben nun zurück, machen neue junge Jazzer groß. Genug des Prologs.
Während in der großen Konzertscheune bereits das JazzBaltica Jubilee Ensemble das Festival eröffnet hat stehen wir im Fahrerraum dicht gedrängt um den kleinen Fernseher. Es läuft die 110. Minute im Spiel Ghana gegen Uruguay. Niemand ist für die Südamerikaner, es steht 1:1. Immer mehr Kollegen schieben sich von hinten in den Raum, Fahrer, Backstage-Girls, NDR-Mitarbeiter. Auf dem einzigen Stuhl direkt vor dem Fernseher sitzt Leszek Mozdzer – Pianist, Pole, Verrückter, Frauenheld und anscheinend Fussballfan. Ich stehe im Türrahmen, bin müde vom Tag und genervt von zuvielen Menschen. Dann Großchancen im Minutentakt – Forlan für die Urus, Gyan und Boateng für Ghana. Wolfgang Haffner – der beste Schlagzeuger Deutschlands, 2 Meter groß, schlaksig, in weißem Ripp-Unterhemd und gammeliger Dreiviertel-Shorts steht mittlerweile neben mir. Coole Sau und Fussballfan. Dann händet Suarez den Ball aus dem Tor. Laute Rufe. Elfmeter, Elfmeter!!! Ich merke wie ich selbst ruhiger werde, Haffner schüttelt den Kopf, grinst ungläubig. Mozdzer öffnet seinen Zopf, rückt nervös den Hemdkragen zurecht, nimmt einen tiefen Schluck aus der Bierflasche. Gyan steht am Ball – zu weit weg, viel zu weit sage ich zu Haffner. Zu viel Anlauf!!! Gyan geh näher ran verdammt. Er läuft an, einen gefühlten Kilometer. Trifft den Ball, trifft die Latte…trifft die Latte. Haffner guckt ungläubig vom Fernseher zu mir, wieder zum Fernseher, zu Mozdzer. Sagt dann leise, dass der Anlauf tatsächlich zu lang war. Ich denke: “Hab ich doch gesagt!”, sage aber: “jetzt verlieren sie im Elfmeterschießen”. Mozdzer bindet sich die Haare wieder zusammen, will noch ein Bier – keins da! Elferschießen geht los das ist wichtiger. Haffners Freundin ist gekommen wird aber ignoriert. Gyan läuft wieder an – meine Fresse, der hat Eier! Mozdzer jubelt, Haffner bleibt ruhig, ich will gehen komme aber nicht aus der Tür. Stattdessen muss ich mit ansehen wie Muslera zum Helden wird und Afrika trauert. Haffner ist enttäuscht, nickt mir aber annerkennend zu, schnappt sich dann seine Freundin und geht. Ich will jetzt auch ein Bier, Mozdzer will ins Bett, Gyan sicher auch.  Und morgen wird mit Maradonna gejazzt.

Gesehen: Elfmeterschießen Paraguay – Japan (5:3)

Mann des Tages: Andreas Bock & Dirk Gieselmann (11freunde.de)

Video des Tages: Einfach auch mal 5 Dinger reinhauen…

Erkenntnis des Tages: Paraguay gegen Japan hätte die Begegnung England gegen Deutschland um das Jahr 2000 sein können. Würgefußball unter Erich Ribbeck der im Elfmetergeballer endet und ein übermotivierter englischer Topstar die Kugel an die Latte hämmert um der Geschichte Recht zu geben. Aber nein, es war Paraguay – Japan 2010. Ein Glück!

Da ich erst heute auf den grandiosen 11freunde Liveticker gestoßen bin der mir den Büroabend auch sofort mit der Berichterstattung des Spanien-Portugal-Spiels versüßt hat möchte ich daraus noch zitieren. Da es schlicht langweilig aussähe wenn ich nur den Link zur Seite posten würde werde ich nach den üblichen Zitierregeln vorgehen. Jawoll!

//  Zunächst, einfach gute einleitende Sätze ab 20:15:

20:15 Uhr
Herzlich willkommen zum Kampf der Superhelden. Bunter als Takeshis Castle. Aufregender als eine Gehgeisterbahn. Auf dem Papier wie ein Finale. Doch was heißt schon auf dem Papier? Auf dem Papier hängen auch Farbkleckse im Museum of Modern Art.

20:22 Uhr
Olli Kahn hat sich heute den Anzug von seiner Konfirmation (1983) angezogen. Inklusive Seidentaschentuch. Würde das TV-Bild nun stehen, man sähe den kommenden C&A-Herbstkatalog vor sich. Doch es flimmert weiter. Immer weiter. Kahnig eben.

20:28 Uhr
Schön bei den Portugiesen: Niemand kann singen. Klingt wie Karaoke um 3 Uhr nachts in einer Seitengasse auf St. Pauli. Doch, liebe Fans, das ist vollkommen egal, bei den Portugiesen kann auch niemand Rubiks Zauberwürfel in drei Sekunden lösen. Es geht schließlich nur um eines: Fußball. Los also!

// dann geht’s halt los…

1.
Und jetzt der Anstoß, ausgeführt von Joachim Gauck, der vorher noch das diktatorische Erbe Portugals und Spaniens aufarbeiten will. Torres klaut dem Gutmenschen den Ball, schießt nach Sekunden – Parade Eduardo. Ganz nett, aber den hätte Neuer mit der Zunge gehalten.

19.
Ramos grätscht den Ball ab. Sowieso Ramos: Jedes Mal wenn er den Ball führt, wirkt es, als spiele er ein Gedicht von Charles Bukowski nach: Tough im Zweikampf, hart im Nehmen, solide im Passspiel – und dennoch in seinen Bewegungen schön wie ein Gänseblümchen unterm Asphalt.

33.
»Keine Bange«, muttert Oliver Schmidt nun, als hätten wir Gespenster unterm Bett. Wir eilen ins Schlafzimmer: nichts! Was meint der Mann? Das: »Einen Sieger wird und muss es heute geben.« Dann haben wir ja noch mal Schwein gehabt. Danke, Mami.

// es lohnt sich weiterzulesen. Alles. Aber ich springe mal in die zweite Halbzeit

59.
Almeida muss raus, Werder-Trainer Thomas Schaaf will ihn auf Norderney durch einen Treckerreifen-Parcours jagen. Torres geht auch, für ihn kommt Llorente. Was die Frage aufwirft, welcher Spieler aus der Premier League bei der WM eigentlich bislang performt hat. Uns fällt nur einer ein, und den Namen dürfen wir, wenn wir das richtig verstanden haben, ja nicht mehr aussprechen. Wir schreiben das jetzt hier mal mit Zitronensaft-Geheimschrift: Kevin. Prince. Boateng. Aber nicht weitersagen.

// Das Lieblingszitat natürlich zum Tor…

63.
Und… und… TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR! FÜR SPANIEN! Xavi, Iniesta, Villa, das ist keine Familiensage von Javier Marias, das ist ein Gedicht von einem Spielzug, Poesiehasser Eduardo wirft sich noch rein, hält, aber dann noch mal Villa, das alte Haus, chippt ihn rein. 1:0 für Spanien. 1:0 für alle, die John-Wayne-Freistoß-Anläufe hassen. 1:0 für mich zum Beispiel.

67.
Das Schönste an diesem Treffer ist ja tatsächlich, dass dieser Ronaldo uns jetzt nicht mehr so megaloman entgegen penissen kann wie sonst immer. Tschüss, ihr Partys mit Paris Hilton, ihr Blingblings, du Champagner aus fliederfarbenen Fußballschuhen. Hallo, Aus im Achtelfinale.

85.
»Das Spiel hat einen immer noch nicht von den Sätzen… Sitzen!«, haut es Schmidt nun von den Sätzen, auf denen er ohnehin sitzt wie ein Besoffener auf dem Rodeobullen.

88.
Schuss Portugal, abgeblockt. »Aber ihnen bleiben ja noch 120 Sekunden«, tröstet Schmidt. Na, dann… Und sonst so?

89.
Ihnen bleiben aber nur noch 10 Mann, denn Costa sieht ROOOOOOOOOT! Was ist passiert? »Da geht ein Ellbogen raus«, sieht Schmidt. Ja, wo geht er denn hin? In Capdevilas hübsches Gesichtchen, der hat Angst um den Teint, bricht divenhaft zusammen. Rot also, kann man geben. Man kann auch den »Crazy Frog« gut finden. Aber muss man auch?

// Das ist doch mal ein Liveticker! Wie gesagt, komplett lesen: “Zu schön um weiter zu sein” (von Andreas Bock und Dirk Gieselmann)

Gesehen: Niederlande – Slowakei (2:1)

Mann des Tages: Arjen Robben

Video des Tages: Immer dasselbe, immer schön – Robben!

Erkenntnis des Tages: Hoch und weit ist out, außer man hat Arjen Robben. (Reicht für heute als Erkenntnis oder?)

Gesehen: Deutschland – England (4:1), Argentinien – Mexiko (3:1)

Mann des Tages: Thomas Müller

Video des Tages: Football’s going home…

Erkenntnis des Tages: 21 Ballberührungen zeigen die Torwiederholungen der 4 deutschan Tore. Genau zwei (1x Neuer, 1x Klose) zum 1:0. Sechs ab der Mittellinie zum 2:0 (Müller, Özil, Klose, Müller, Poldi, Poldi – Was für ein Spielzug!!!). Sieben ab der Mittellinie  zum 3:1 (5x Schweinsteiger, 2x Müller). Sechs ab dem deutschen 16er zum 4:1 (1x Friedrich, 4x Özil, 1x Müller). Sieben Spieler sind mit 21 Ballberührungen an 4 Toren beteiligt – Das ist Tiki-Taca vom Feinsten!

Schwärmereien
Gut, mein Finaltipp ist hin. Aber verdammte Scheisse – das war es Wert!!! Alles, alles war in diesem Spiel drin was die deutsche Mannschaft als Turniermannschaft ausmacht. Wir haben gesehen, warum wir Miroslav Klose im Team haben – nämlich genau für diese Tore, diese wichtigen Schweinetore. Wir haben gesehen, warum wir Poldis linken Hammer im Team haben – weil es sich irgendwann einfach lohnt und er sich selbst aus jedem Tief schießt. Wir haben gesehen, warum Manuel Neuer der richtige Torwart ist – weil  niemand sonst solche Abstoßvorlagen zum 1:0 hinbekommt. Wir haben gesehen zu was das Dreieck Schweinsteiger – Özil – Müller im Stande ist wenn es um etwas geht. Wir haben gesehen, warum es richtig war Thomas Müller auch in der Nationalmannschaft einfach zu vertrauen – weil er der kompletteste deutsche Stürmer aller Zeiten werden wird. Wir haben gesehen, warum wir bislang erst 2 Tore kassiert haben – weil Merte und Friedrich sich einfach den Arsch aufreissen. Wir haben das vielleicht beste Spiel einer deutschen Mannschaft in den vergangenen 20 Jahren gesehen und ein Spiel, dass sich nahtlos einreiht in die besonderen Analen der deutsch-englischen Begegnungen.
Was wir nicht gesehen haben: Den Schuss von Frank Lampard hinter der Linie.

Gesehen: nix

Mann des Tages: Kevin-Prince Boateng

Video des Tages: “You know what?”

Erkenntnis des Tages: JR (video) hat’s erkannt. Die USA fangen an Fussball zu spielen und diesen immer stiefmütterlich behandelten Weltsport endlich auch zu feiern.
Nachträglich hinzugefügte Erkenntnis: Wie mir mehrere amerikanische Musiker (u.a. Marcus Strickland, Joe Locke, Zero Nylan (Manager von McCoy Tyner), ) während JazzBaltica berichteten, scheint tatsächlich ein enormer Umschwung in den USA stattzufinden. Man guckt Fußball seit dieser WM. Ob die selbsternannte Weltmacht No. 1 auch irgendwann Fussball-Weltmeister werden kann?

Man stelle sich mal vor…
Man stelle sich vor, KPB hätte sich entschieden doch für Deutschland zu spielen. Man stelle sich vor, er wäre auf Grund der von ihm verschuldeten Verletzung von Ballack nachgerückt, nicht Khedira. Man stelle sich die Doppelsechs Schweinsteiger-Boateng vor. Bäm! Aber dann wäre wohl Ghana ausgeschieden – spätestens heute. Gegen Uruguay sollte doch jetzt das Halbfinale drin sein. Und dann stelle man sich mal vor sie schlagen Brasilien oder Holland (da bin ich dann doch Realist was die spiele gegen Chile bzw. Slowakei angehen) und stehen als erste afrikanische Mannschaft auf dem eigenen Kontinent im WM-Finale. Bäm! Aber dann würde wohl KPB im Finale verlieren – gegen Schweinsteiger. Man stelle sich das mal vor.